Dienstag, 22. November 2016

Wer will schon einen Footballspieler - Poppy J. Anderson



Kelly Slade, das Enfant Terrible der NFL ist nach seinem Gefängnisaufenthalt froh, bei den Titans einen Vertrag bekommen zu haben, denn eigentlich dachte er, nie wieder Football spielen zu können. Nicht nachdem, was er sich alles geleistet hatte. Doch Teddy MacLachlan-Palmer, die Besitzerin der New York Titans gibt ihm eine Chance, sehr zum Missfallen ihres Ehemannes Brian.

Denn Brian hasst Kelly. Nur warum, das hat er seiner Frau nie erzählt. Und so kommt jede Begegnung der beiden einer Katastrophe gleich.

Doch auch außerhalb des Spielfeldes geht es heiß her, da die Ex Vize Miss America, Skyler Wright, als Sportmoderatorin eine Sendung über und mit den Titans sendet und dafür immer und überall live und nah dabei ist.

Live und nah, auch bei Kelly Slade. Denn irgendwie wird sie von ihm angezogen, dabei hat sie doch nun wirklich genug mit ihrem eigenen Leben zu kämpfen. Denn als Frau, noch dazu als Ex Misswahlteilnehmerin, hat sie einen schweren Stand in der Männderdomäne Sportmoderation, was ihr ihre Kollegen mehr als deutlich zeigen.

Doch Skyler weiß sich zu behaupten, wird ihr dies auch bei Kelly gelingen? Und wird endlich geklärt, was damals zwischen ihm und Brian vorgefallen ist?

Wer will schon einen Footballspieler ist bereits der 14. Band der New York Titans Reihe. Und im Gegensatz zu anderen Buchreihen, die sich nach einigen Bänden abnutzen, wird es hier nie langweilig. Denn Poppy J. Anderson trifft immer wieder genau die richtige Mischung an neuen Charakteren und „alten“ liebgewonnenen Figuren. Jeder Band hat seine eigene, neue Geschichte, auch wenn es sich doch immer nur um Football und die Liebe handelt.

So wie man in diesem Band bereits einen der nächsten Protagonisten kennen lernen durfte, so konnte man Kelly Slade auch schon in den letzten Bänden treffen. Dies aber so dosiert, dass ich richtig neugierig auf ihn wurde. Ein Bad Boy bei den doch so lieben Titans? Das versprach eine Menge Potential für Explosionen. Und die gibt es in dem Buch. Zwischen Kelly & Brian und natürlich auch zwischen Brian & Teddy. Lange bleibt eine Menge in der Schwebe, doch zum Glück wird alles zum Ende hin aufgeklärt.

Auch wenn dieser Band der Titans anders ist, als einige andere Bände der Reihe, so hat er mir sehr gut gefallen. Denn nicht alle Geschichten sind immer komisch und zum Lachen. Es gibt halt auch Geschichten, die etwas mehr zu erzählen haben.
Aber lustige Momente gibt es natürlich auch, dafür sorgt wie immer Blake.

Danke liebe Poppy für diesen wunderbaren 14. Band und ich freue mich schon auf das nächste Wiedersehen mit der Titans-Familie.


Freitag, 18. November 2016

Alias Nora Parker von Frieda Lamberti



Ist Carolines Leben nicht perfekt? Die Kinder sind groß und studieren in London, ihr Ehemann Tom ist erfolgreich im Beruf und häufig tagelang geschäftlich unterwegs und außer ums Haus muss sich Caro um nichts kümmern.
Dass sie ihre freie Zeit aber noch anderweitig nutzt, das weiß außer ihr nur noch eine – Judith, ihre Agentin. Denn Caroline schreibt unter dem Pseudonym Nora Parker erfolgreiche Frauenliteratur.

Gedrängt von Judith wagt sie dann aber doch den Schritt in die Öffentlichkeit und tritt damit eine Lawine ungeahnten Ausmaßes los. Denn auf einmal hat sie Fans, vor denen sie lesen und mit ihnen sie über die sozialen Medien Kontakt halten soll. Und besonders einer zeigt sich ziemlich hartnäckig. Chris, der fast noch ihr Sohn sein könnte.

Doch leider nimmt ihr Mann Tom diese Eröffnung nicht ganz so freudig auf. Erst glaubt er ihr nicht, dann unterstellt er ihr, die Bücher nicht selber geschrieben zu haben. Als er ihr auch noch Untreue vorwirft, und die Nachbarin von gegenüber sie in Lügengeschichten reinzieht, versteht Caro die Welt nicht mehr. Und dann kündigt Judith ihr auch noch den Vertrag.

Sind denn alle verrückt geworden?

Alias Nora Parker ist wieder ein gelungener, humorvoller Roman von Frieda Lamberti, der aber doch anders ist, als andere Bücher, die ich schon von ihr gelesen habe. 

Denn es sind schon sehr viele Irrungen und Wirrungen, die Caro überstehen muss. Lange habe ich beim Lesen überlegt, wie es sich wohl auflösen wird, viele Theorien entworfen und wurde dann doch am Ende ziemlich überrascht. Auch gibt es keine „schnulzige“ Lovestory (gibt es eigentlich nie bei Frieda – zum Glück), sondern ehr eine Loslösung aus einer Beziehung, mit dem Beginn einer neuen und dies auf eine sehr ruhige, reife Weise. Denn Caroline ist halt kein junger Hüpfer.

Mit Caro hat Frieda Lamberti eine wunderbare Protagonistin geschaffen, die mir von der ersten Seite an sehr sympathisch war. War Caro am Anfang noch ehr ein schüchterner kleiner grauer Vogel, so hat sie im Laufe des Buches ihre Farben, ihre Schönheit entdeckt und angefangen, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen.
Ihren Mann Tom hingegen, den hätte ich gerne in den Keller bei Wasser und Brot gesperrt. Diese Art, Menschen, und in diesem Fall seine eigene Ehefrau, sofort zu verurteilen, nur das Schlechteste anzunehmen und dann denjenigen nicht zu Wort kommen zu lassen…. Ich hasse so Menschen!

Tja, dann ist da ja noch Chris – mit ihm wurde ich anfangs nicht warm, da ich ihn überhaupt nicht einzuordnen wusste. Eigentlich bis zum Ende durch – aber dann….

Das Buch lebt zwar von Caroline, aber auch die Nebengeschichte um ihre Nachbarin hat dem Buch eine wunderbare Würze gegeben.

Der Stil ist, wie immer bei Frieda Lamberti, kurzweilig und direkt, ohne flapsig zu sein, mit viel Humor.

Danke Frieda Lambertig für dieses tolle Buch, dem ich einfach nur wunderbare 5 Sterne geben kann.


Freitag, 11. November 2016

Alpakas auf Durchreise von Mila Summers & Ralf Wolfstädter

Als Ben aus der Provinz die Berlinerin Lilly davor bewahrt, sich mit dem Falschen zu verloben, konnte er noch nicht ahnen, wie Lilly sein ganzes Leben auf den Kopf stellen würde.

Denn gerade einmal ein Jahr später lebt Lilly mit in Franken auf dem Weingut von Ben und seinen Eltern und hat ihre Träume, als Eventmanagerin in Berlin zu arbeiten auf Eis gelegt.

Und dafür hat sie nicht nur einiges aufgegeben, sondern muss sich nun gegen viele Vorurteile behaupten. Denn nicht nur die Dorfbewohner stehen ihr skeptisch gegenüber, sondern insbesondere Alois, Bens Vater, hat ein großes Problem mit ihr, was er ihr auch ständig sagt und zeigt.

Doch als die Existenz des Weinhofes auf dem Spiel steht, entwickelt Lilly einige Ideen, um zur Rettung beizutragen, die auch schnell Früchte tragen. Wenn ihr dann nicht dieser eine Fehler unterlaufen würde, der den Ruin bedeuten könnte.

Und statt zu ihr zu halten, stellt sich auf einmal auch noch Ben gegen sie. Hat ihre Liebe noch eine Chance? Oder hat Alois sein Ziel erreicht?

Alpakas auf Durchreise ist ein humorvoller Roman, der einmal nicht eine beginnende Liebesgeschichte ausleuchtet, sondern dort anfängt, wo viele Romane enden. Im Alltag, wenn die Arbeit, die Sorgen und die liebe Familie langsam anfangen, die rosaroten Liebeswolken zu vertreiben.

Und hier pustet der starrsinnige Alois eine Menge Wolken weg. Mit seinen Vorurteilen und seiner verletzenden Art, hätte ich ihm gerne mehrmals den Hals umgedreht, oder ihn im nächsten Weinfass versenkt. Aber auch Benn steht seinem Vater in nichts nach. Zwar steht er Anfangs auf Lillys Seite, doch vergisst er im entscheidenden Moment seine Liebe zu ihr und bohrt in die gleiche Wunde, wie sein Vater, und vertreibt Lilly damit.

Doch auch Lilly gibt meiner Meinung nach zu leicht auf. Gerne hätte ich sie und Ben mit den Köpfen gegeneinander geschlagen...

Doch zum Glück gibt es ja auch noch die guten Geister, die jede Geschichte benötigt, wie Bens Mutter Annegret oder die Ärztin Emma, in der Lilly schnell eine gute Freundin findet.

Aber, auch wenn mich die Geschichte sehr gut unterhalten hat, so hat sie doch ein paar Schwächen. So gibt Lilly doch sehr schnell ihren Freund und ihr Leben in Berlin auf, um Ben in die Provinz zu folgen. Dann stört mich ein bisschen die Schlüsselszene in Würzburg und die Rolle von Alois dabei. Das passte für mich nicht so ganz, mehr mag ich aber dazu nicht schreiben, da ich sonst zu sehr spoilern würde.

Und zum Schluss bleiben die Alpakas. Vom ersten Moment habe ich mich in dieses wundervolle Cover verliebt, besonders, da Alpakas zu meinen Lieblingstieren gehören. Diese großen Augen – einfach toll. Deshalb kommen sie mir leider etwas zu kurz in der Geschichte. Hier hätte ich mir eine witzige Begebenheit gewünscht – vielleicht im Prolog.

Der Stil des Buches ist humorvoll und leicht zu lesen. Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen. Ich konnte mir das Gut und die Weinstöcke so gut vorstellen, das ich manchmal meinte, mittendrin zu stehen. Auch hat mir der wechselnde Schreibstil gut gefallen, wodurch man die Gefühle von Lilly und auch Ben immer live erleben konnte. Gerne hätte ich mir hier aber zu Beginn eines Kapitels gewünscht zu lesen, wer nun gerade erzählt, da es mich doch manchmal irritiert hat.

Dennoch hat mit dieses Buch sehr gut unterhalten und mir ein paar schöne Stunden beschert, weshalb ich gerne 4 wunderbare, strahlende Sterne vergebe.



Lesung auf der FBM16






Donnerstag, 10. November 2016

Ein Hauch von Sehnsucht von Christina Unger



Victoria Reimer lebt ein ehr langweiliges, normales Leben, während ihr Verlobter Oliver als Journalist durch die Länder reist und dort nichts anbrennen lässt. Sie hängt mit einer sehr innigen Liebe an ihm und auch ehr liebt sie, kann aber den Reizen. anderer Frauen nicht wiederstehen.

Als Victoria aber durch Freunde den Südamerikaner Ramon kennenlernt und er ihr ein „Angebot“ unterbreitet, kommt ihre gradlinige Welt ins Wanken. Denn Ramon bittet sie um eine Scheinehe, um in den Vereinigten Staaten bleiben zu dürfen. Eigentlich ehr abgeneigt, stimmt Victoria dann aber doch zu, als Oliver sie wieder einmal enttäuscht.

Zwei Jahre als Scheinehefrau, das ist doch zu schaffen, oder? Doch warum ist sie dann auf einmal in Paraguay? Mitten in den Plänen für einen Putsch?

Ein Hauch von Sehnsucht ist mehr als der „klassische“ Liebesroman, der er von dem Cover her zu sein scheint. Denn das Buch hält für den Leser doch einige Facetten bereit.

So zum Beispiel, das es aus verschiedenen Sichten erzählt wird. Lernt man am Anfang Victoria und ihr Leben kennen, so befindet man sich im nächsten Kapitel auf einmal zusammen mit Oliver in einem seiner Reiseländer, zusammen mit einer feurigen Frau. Und Oliver ist schon sehr zügellos, was ich anfangs doch ehr verschreckend fand. Aber auf seine Weise liebt er Victoria, auch wenn er das Wort Treue nicht kennt.

Dann begleitet man als Leser Oliver in einige fremde Länder, wie z.B. nach Kenia um Nashörner zu retten oder nach Kanada zu den Moschusochsen.  Und auch Victoria und Ramon begleitet man nach Paraguay, um dort bei einem Putsch mitzuwirken. Denn der gute Ramon ist ein Staatsfeind dort, der in die USA flüchten musste. Familienangelegenheiten zwingen ihn nun zurück. Und Victoria begleitet ihn. Und schon wird aus der sonst so stillen Maus eine taffe junge Frau, die über sich hinauswächst.

War ich nach den ersten Kapiteln doch noch sehr verwirrt, da es eben nicht der klassische Liebesroman war, so hat mich das Buch aber mehr und mehr in seinen Bann gezogen und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, was noch alles kommt. Dank der angenehm kurzen Kapiteln, habe ich mir mehr als einmal gesagt „nur noch ein Kapitel“ und dann wurden es doch 2, oder 3, oder mehr.

Der Stil ist angenehm und kurzweilig zu lesen, manches Mal war es mir dann doch eine Person zu viel und durch die ständigen Orts- und Personenwechsel musste ich überlegen, wer nun wer ist.

Dennoch hat mir das Buch sehr gut gefallen, eben weil es so anders ist! Deshalb vergebe ich gerne 5 Sterne für dieses Abenteuer in dem die Liebe aber auch nicht zu kurz kommt.