Mittwoch, 23. Oktober 2019

Die Sterne über Venedig von Anja Saskia Beyer


Eigentlich reist Nicola nach Venedig, um noch einmal ihre kranke Nonna Miranda zu sehen. Denn der Anruf ihrer Mamma klang sehr dringend.
Doch die Reise nach Venedig wird so viel mehr für Nicola und ihre Familie. Denn mit dabei ist auch ihre Schwester Cati, die vor einigen Monaten überraschend den Kontakt zu ihr abgebrochen hat. Nicola hegt die Hoffnung, in der wunderschönen Lagunenstadt, wo sie so viele schöne Urlaube gemeinsam verbracht haben, wieder einen Zugang zu Cati finden zu können.

Auch wird es Zeit, ihrer Familie von der Trennung von ihrem Mann Frank zu berichten. Vieles wird zu erzählen sein. Doch nicht im Mindesten rechnet Nicola mit dem, was sie alles in Venedig erfahren wird.

Denn ihre Nonna verbirgt ein großes Geheimnis, welches sie nun unbedingt mit Nicola und Cati teilen möchte. Es wird eine Reise in die Vergangenheit – eine Reise, wo sie ihre zarte Nonna von einer ganz anderen Seite kennenlernen werden. Und auch die Geschichte Venedigs schaut auf einmal ganz anders aus.

Die Sterne über Venedig von Anja Saskia Beyer ist für mich eines der besten Bücher, die ich bisher von der Autorin lesen dufte. Das Konzept ihrer Bücher ist immer ähnlich. Es gibt eine Geschichte in der Gegenwart, während der eine Familiengeschichte aus der Vergangenheit aufgerollt und erzählt wird.

In diesem Buch geht es um die Zeit ab 1943 in Venedig. Die deutschen haben Venedig eingenommen, aber die stolzen Veneziander gehen in den Widerstand. Junge Männer und Juden fliehen aus der Stadt, unterstützt von den mutigen Frauen der Resistenza civile. 
Und genau dieser Bewegung schließt sich die Großmutter von Nicola und Cati an und erzählt ihren Enkelinnen nun ihre Geschichte. Denn auch in ihrer Vergangenheit geht es um 2 Schwestern.

Der Zeitraum, in dem die Gegenwart stattfindet, ist recht klein, aber genau dadurch ist dieses Buch so spannend. Denn es passiert immer etwas. Alles ist für die Geschichte wichtig. Es gibt keine Längen oder Füllgeschichten, sondern jede Seite ist mit spannender Erzählung gefüllt. 
Und dann noch die Geschichte der Vergangenheit. Atemlos bin ich durch die Seiten geflogen und habe mit Miranda mitgefiebert, gelacht, geliebt und vor allem gelitten.
Anja Saskia Beyer hat es geschafft, dass das Buch bis zum Ende spannend blieb, denn nichts war vorhersehbar und selbst zuletzt hat sie noch unvorhersehbare Begegnungen eingefügt.

Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und war für mich ein absoluter Pageturner. Ich mochte es kaum aus der Hand legen und war fast schon traurig, als es zu Ende war. Deshalb erhält es auch von mir 5 strahlende Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.