Freitag, 20. Mai 2016

Seelenblind von Catherine Shepherd

Schon das Cover hat mich sofort angesprochen, dennoch bin ich einige Zeit um das Buch herumgeschlichen, denn leider gibt es viele Bücher, die meinen ein Thriller zu sein, dann aber doch nur ein netter „Krimi“ sind. Vielleicht bin ich aber auch anspruchsvoll, wer weiß?

Aber dieses Buch hat meinen „Blutdurst“ absolut befriedigt. Ein Pageturner von der ersten bis zur letzten Seite.

Zum Inhalt:
Wie immer bei Catherine Shepherd, ist die Geschichte in zwei Handlungsstränge aufgeteilt – den historischen und den in der Gegenwart.

Zons vor 500 Jahren, eine Mordserie an Kräuterfrauen hält Bastian Mühlenberg von der Stadtwache auf Trab. Allen Frauen wurde mit einem speziellen Garn die Augen zugenäht, während sie noch lebten, um anschließend die Leichen noch zu verbrennen.

Seine Suche nach dem Täter führt ihn zu den Webern und Schneidern der Stadt, aber auch in das Umland.

In der Gegenwart kann eine junge Frau aus den Fängen ihres Entführers fliehen, wird auf ihrer Flucht aber von dem Täter angeschossen. Zwar überlebt sie, doch kann sie seitdem keine Gesichter mehr unterscheiden – ist Seelenblind. Doch ihr Täter macht weiter Jagd auf sie, will sie doch noch erwischen. Wird sie ihm wieder entkommen?

Meine Meinung
Auch wenn die beiden Handlungsstränge auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, so erfährt man doch im Laufe des Buches, wie alles zusammengehört.

Zu keiner Zeit hatte ich Probleme, bei dem ständigen Zeitwechseln den Überblick über die Taten, Täter und Opfer zu behalten. Alle Personen sind so gut beschrieben, das ich mir schnell ein Bild von ihnen machen konnte.

Man hetzt mit den Ermittlern den Tätern nach, erlebt aber zugleich auch die Taten aus der Sicht der Opfer, bzw. des Täters. So hatte ich immer das Gefühl, live dabei zu sein.
Und auch, wenn es grausame, unvorstellbare Taten sind, so ist das Buch zu keiner Zeit zu Blutrünstig oder zu grausam. Es hat genau die richtige Dosis an Blut.

Selbst die Erzählungen aus dem historischen Zons haben mich fasziniert, dabei gehören historische Bücher sonst nicht zu meinen Bevorzugten. Aber genau die Mischung hat es für mich ausgemacht.

Besonders die Stadt Zons hat es mir hier angetan, da ich in der Nähe wohne, kenne ich einige Orte (Lukaskrankenhaus), doch leider war ich bisher noch nie in Zons. Doch dies werde ich bestimmt in diesem Sommer nachholen!

Und Seelenblind war vielleicht mein erstes Buch von Catherine Shepherd, aber es war bestimmt nicht mein letztes.


Anmerkung 10.04.2017: Mitlerweile darf ich ein signiertes Exemplar mein Eigen nennen! Herzlichen dak liebe Catherine, auch für das tolle Gespräch in Leipzig.